Eine Reha macht wieder fit für den Alltag. Immer mehr Patienten wollen nicht mehr weit weg in eine stationäre Einrichtung, sondern ambulant vor Ort versorgt werden. Die Reha Viersen hat auf den wachsenden Bedarf reagiert und Team und Räumlichkeiten vergrößert. Für wen eine ambulante Reha in Frage kommt, entscheidet die Diagnose.
Viele Studien* belegen: Ambulante und stationäre Reha liefern die gleichen
medizinischen Ergebnisse bei Patienten, für die beide Therapiewege in Frage
kommen. KeinWunder also, dass der Bedarf nach ambulanten Reha-Plätzen
immer größer wird. Die orthopädische Rehabilitationseinrichtung Reha Viersen in
Viersen Dülken hat darauf reagiert und vor kurzem neue Räume bezogen. Im
Frühjahr gelang es der Einrichtung, einen neuen Arzt mit Spezialausbildung, Dr.
Holger Schüller, für das Team zu gewinnen. Teamvergrößerungen dieser Art sind
keine einfache Sache: "Wir brauchen Orthopäden mit der Zusatzqualifikation
‚Rehabilitation und Sozialmedizin' – und die sind rar auf dem Arbeitsmarkt. Wir
sind also sehr froh über diesen Zuwachs", sagt Jim Vonsée, Physiotherapeut und
Geschäftsführer der Reha Viersen.
Neben den klassischen Reha-Indikationen nach Operationen, nehmen immer mehr Patienten Reha-Angebote zur Vorbeugung und Vermeidung von Operationen wahr. Eine komplexe konservative Therapie kann beispielsweise Bandscheiben-OPs vermeiden oder den Ersatz eines Hüft- oder Kniegelenks aufschieben. "Auch chronische Schmerzpatienten sind in einer ambulanten Reha gut aufgehoben", betont Orthopäde Dr. Ludger Deitmer leitender Arzt der Reha Viersen. Eine ganzheitliche Behandlung und ein individueller Therapieplan könnten diesen Patienten helfen, die Schmerzspirale zu durchbrechen, so der Mediziner. Um die gleichen Leistungen wie im stationären Bereich zu erbringen, braucht es ein multidisziplinäres Team, das gemeinsam die individuellen Therapien für den Patienten entwickelt. Daher gehören zum Team der Reha Viersen neben Ärzten und Physiotherapeuten auch Sportwissenschaftler, Ergotherapeuten, Psychologen, Ernährungsberater und Sozialarbeiter.
Ob jemand stationär oder ambulant eine Reha machen sollte, hängt unter anderem von der genauen Diagnose und dem sozialen Umfeld ab: "Menschen mit genau lokalisierbaren Skelettschmerzen sind in der ambulanten Reha gut aufgehoben. Sie haben den Vorteil, dass sie in ihrem sozialen Umfeld bleiben können. Verhaltensänderungen und erlernte Eigenübungen können realitätsnah geübt und so direkt in den Alltag eingebunden werden. Gibt es Probleme bei der Umsetzung, können diese zeitnah in der ambulanten Reha bearbeitet werden", erläutert Deitmer.
Die Patienten bleiben in der körperlichen Alltagsbelastung, gehen mit dem Hund
spazieren, kochen, räumen auf. "Gesundheit steckt in der Belastung nicht in der
Entlastung", betont Physiotherapeut Vonsée. Für Menschen, die pflegebedürftig
sind, oder mit stark belasteter Psyche ist ein stationärer Aufenthalt oft besser
geeignet. "Ist die Psyche stark an den körperlichen Problemen beteiligt, kann ein
komplettes ‚raus aus dem Alltag' heilsamer sein", erklärt Deitmer. Wer nicht
pflegebedürftig, aber sehr eingeschränkt in der Bewegung ist, kann in der Reha
Viersen auf den für den Patienten kostenfreien hauseigenen Fahrdienst
zurückgreifen. Und auch für das tägliche Wohl wird in einem Bistrobereich in der
ambulanten Reha gesorgt. "Von der stationären Reha unterscheidet uns nur eins:
Wir haben keine Betten", sagt Deitmer.
Verordnet wird eine Reha als Anschlussheilbehandlung nach einem Krankenhausaufenthalt oder, ohne einen solchen, durch den Haus- oder einen Facharzt. Die Kosten übernehmen die Kassen, bei Berufstätigen die Rentenversicherer oder die Berufsgenossenschaften. Eine Reha-Einrichtung muss hohe qualitative Anforderungen nachweisen, um die entsprechenden Zulassungen zu bekommen. "Ein Kriterium auf das Patienten bei der Auswahl des Anbieters achten sollten", betont Jim Vonsée.
Autorin: Claudia Negrini
* z. B.: Studie der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, Studie der Universität
Bielefeld,
Studie der Technischen Universität Dresden
BU 1 (5168): Eine ambulante Reha kann Schmerzen in den Gelenken lindern.
BU 2 (4995): Bandscheiben-OPs lassen sich oft durch intensive Therapien
vermeiden.
BU 3 (Bild Doktoren): Dr. Ludger Deitmer und Dr. Holger Schüller sind für die
medizinische Betreuung der Patienten in der Reha Viersen verantwortlich.